Magdeburger Zugfahrer kollektiv vom Spiel ausgeschlossen

Stellungnahme zu Vorkommnissen vor dem Regionalligaspiel Torgelower SV Greif vs. 1. FC Magdeburg

In der Onlineausgabe der Lokalzeitung „Nordkurier“ wurden am 14.04.2013 Meldungen  aus  einer Pressemitteilung der Polizei publiziert, die die Ereignisse vor dem Fußballspiel in Torgelow nicht korrekt wiedergeben.

Der Einsatzleiter der Polizei schlussfolgerte in der Onlineausgabe des Nordkuriers: „dass nur aufgrund der professionellen und offensiven Vorgehensweise aller eingesetzten Polizeivollzugsbeamten unter Maßgabe einer Null-Toleranz-Strategie weitere Straftaten verhindert und weitere Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung abgewehrt werden konnten“.

Hierzu stellen wir fest: die Vorgehensweise der Polizei in Torgelow diente nicht der Verhinderung von Straftaten, sondern führte zu einer Eskalation einer vollkommen friedlichen Situation.

Nach einer entspannten Anreise ohne irgendwelche Vorkommnisse begab sich der Großteil der Magdeburger Zugfahrer anfangs ohne Polizeibegleitung in Richtung Torgelower Stadion und nutze hierfür den Fußweg und Teile der Straße.

Ein hinzukommendes Polizeifahrzeug forderte die FCM-Fans vom Ende der Kolonne her einmalig auf, die Straße zu räumen. Nachdem die Fans der Marschgruppe dieser Aufforderung nicht augenblicklich nachkamen, stürzten sich aus einem hinzukommenden Fahrzeug Sekunden später Polizeibeamte auf diese Fans. Hierbei wurde ein 15-jähriges Mädchen von einem Beamten brutal zu Boden gerissen, der seiner Tochter hinzueilende Vater wurde von einem Beamten ins Gesicht geschlagen.

Erst dieser unverhältnismäßige Polizeieinsatz gegenüber einem minderjährigen Mädchen und dessen besorgten Vaters führte bei einem kleinen Teil der Fans zu Attacken gegenüber den Einsatzkräften der Polizei, die nach kurzer Zeit eingestellt worden, weil andere Fans aus der Gruppe deeskalierend und beruhigend auf die aufgebrachten Fans einwirkten. Trotz der nun wieder herrschenden friedfertigen Lage ordnete der Einsatzleiter der Polizei, obwohl er nicht am Ort des Geschehens weilte, eine Kollektivstrafe an, indem er für alle anwesenden 118 Magdeburger Zugfahrer ein Platzverbot aussprechen ließ und die Rückführung der Fangruppe mit dem Zug nach Magdeburg befahl.

Nach insgesamt fünf Stunden in einem Polizeikessel vor dem Torgelower Bahnhof und der Aufnahme der Personalien aller 118 Personen, unabhängig von ihrem Verhalten, traten die Fans die Rückreise an, ohne das Auswärtsspiel ihres 1. FC Magdeburg in Torgelow gesehen zu haben.

Uns ist es ein Anliegen, darzustellen, dass ein Fehlverhalten einiger weniger Magdeburger Fans erst durch einen verfehlten und unverhältnismäßigen Polizeieinsatz ausgelöst wurde, zu keinem Zeitpunkt Magdeburger Fans die öffentliche Ordnung und Sicherheit in Torgelow gefährdeten und die Anwendung einer Kollektivstrafe jedes Gerechtigkeitsgefühl verletzt.

Ein Gespräch am Pasewalker Bahnhof zwischen zwei Polizisten bringt die Problematik des Tages auf den Punkt.  Auf die Frage eines Beamten: „Sag mal, warum gibt es denn heute hier das ganze Theater?“ antwortet sein Kollege: „Weil ein junges Mädchen nicht die rechte, sondern die linke Straßenseite benutzen wollte!“

Magdeburg, 16.03.2013

Fanprojekt Magdeburg – FanRat e. V zur Unterstützung des 1. FC Magdeburg – Dachverband der offiziellen Fanclubs des 1. FC Magdeburg